Ziel ist es, die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Nanopartikeln bei der Behandlung von allergischem Asthma zu nutzen. Spezifisch entwickelte Nanopartikel werden in verschiedenen experimentellen Ansätzen eingesetzt, um deren immun-modulatorische Eigenschaften in der Lunge zu untersuchen.
Hintergrund
Trotz intensiver Forschung nehmen Allergien in der Lunge wie das allergische Asthma bronchiale weltweit stetig zu. Nanopartikel werden durch die wachsende Nanotech-Industrie in immer vielfältigeren Formen und Zusammensetzungen produziert. Je nach Eigenschaften können solche Nanopartikel entweder stimulierend oder suppressiv auf das Immunsystem wirken. Solche spezifischen Eigenschaften sollen für die klinische Diagnostik, Applikation von Medikamenten oder Impfstoffen und für die Behandlung von Allergien gezielt eingesetzt werden.
Ziel
Ziel unseres Projektes ist es, immun-modulatorische Effekte von therapeutischen Nanopartikeln in der Lunge mithilfe folgender Ansätze zu untersuchen:
(I) Einsatz von Zellkultursystemen der menschlichen Lunge, um die Aufnahme und intrazelluläre Verteilung von Nanopartikeln in wichtigen Zellen des Immunsystems wie Makrophagen (angeborene Immunität) und dendritischen Zellen (erworbene Immunität), sowie deren potentielle immun-modulatorische Effekte und die assoziierte Nano-Immunotoxizität zu studieren.
(II) Experimente mit allergischen Mausmodellen, um das immun-modulatorische Potential von Nanopartikeln und mögliche Nano-immunotoxische Effekte in vivo zu studieren.
Bedeutung
Wir wollen den therapeutischen Einsatz von spezifisch entwickelten Nanopartikeln als Immun-Modulatoren bei Immunerkrankungen in der Lunge, wie z.B. dem Asthma bronchiale, durch gezielte Charakterisierung der Partikel prüfen. Ausgehend von unseren Erfahrungen im Gebiet der Risikoforschung von Nanopartikeln im Atmungstrakt, möchten wir neue therapeutische Applikationen für Lungenerkrankungen zu entwickeln und zukunftsweisende Erkenntnisse über mögliche negative Auswirkungen von therapeutischen Nanopartikeln gewinnen.
Die öffentliche und politische Diskussion um Chancen und Risiken von Nanomaterialien verläuft hochemotional, aber oft fehlen gesicherte Daten Mit diesem multidisziplinären Projekt gehen wir die wichtigsten, noch offengebliebenen Fragen an auf dem Gebiet der Interaktionen von Nanopartikeln mit dem Immunsystem in unseren Lungen. Nur ein systematisches Vorgehen von Wissenschaftlern aus verschiedensten Bereichen wie Biologie, Materialwissenschaften und Medizin ermöglicht es, diese Wissenslücken zu schliessen und ein möglichst komplettes Bild über die Reaktion des menschlichen Organismus auf therapeutische Nanopartikel zu erhalten.
Originaltitel: Biomedical nanoparticles as immune-modulators
Betrag: CHF 454'848.-
Dauer: 36 Monate
Projektverantwortliche
- Prof. Barbara Rothen-Rutishauser