Nanopartikel-Transport durch die menschliche Plazenta 

Nanopartikel können biologische Barrieren überwinden. Wir möchten den Mechanismus verstehen,  welcher dem Transport der Nanopartikel durch die Plazenta zu Grunde liegt, und dabei auch die möglichen Auswirkungen auf das Gewebe erfassen.

Hintergrund
Die Menschheit ist seit ihrer Existenz Partikeln ausgesetzt. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert haben sich die Quellen, Zusammensetzung und Mengen von freigesetzten Partikeln drastisch verändert. Zusätzlich synthetisiert die Nanotechnologie Partikel mit gezielt neuen physikalischen-chemischen Eigenschaften, welche Anwendungen in verschiedenen Bereichen (inklusive Medizin) finden sollen. Eine sorgfältige Beurteilung von möglichen negativen Auswirkungen solcher Partikel tut in jedem Fall Not. In den letzten Jahren kamen Bedenken auf, dass Luftschadstoffe (inklusive feine und ultrafeine Partikel) sich während der Schwangerschaft die Gesundheit des ungeborenen Kindes beeinträchtigen können. Bis heute ist unklar, ob diese inhalierten Partikel via mütterliches Blut auf den Fötus übertragen werden und dadurch die Entwicklung beeinflussen oder nicht. Das humane Plazentaperfusionsmodell ist ein etabliertes System, welches erlaubt die Mechanismen des Partikeltransports durch die menschliche Plazenta zu erforschen. Damit konnten wir zeigen, dass Partikel von 200 – 300 nm Durchmesser die menschliche Plazenta durchqueren können. Dennoch ist völlig unklar, wie diese Partikel den Weg durch die Plazenta finden.

Ziel
Das Ziel dieses Projektes ist es, den Mechanismus für den Partikeltransport durch die Plazenta zu verstehen und deren mögliche Auswirkungen auf das Plazentagewebe zu bestimmen.

Bedeutung
Der Nutzen dieses Projektes ist nicht nur eine toxikologische Beurteilung von Nanopartikeln, sondern erlaubt auch die Erarbeitung einer neuen Therapiestrategie für eine zielgerichtete Medikamentenverabreichung. Denn der Transfer von Partikeln durch die Plazenta ist nicht gefährlich per se und kann nach sorgfältiger Untersuchung nach möglichen Nebenwirkungen eine interessante Möglichkeit für eine zielgerichtete Wirkstoffverabreichung sein. Medikamentöse Behandlungen während der Schwangerschaft sind verbreiteter, als man denkt. Das Dilemma daran ist, dass man heute immer noch Mutter und Kind behandelt, obwohl nur eine Person die Behandlung benötigt.


Originaltitel: Nanoparticle Transpsort Across the Human Placenta

Betrag: CHF 339'749.-
Dauer: 36 Monate

Projektverantwortlicher
- Dr. Peter Wick

Kontakt

Dr. Peter Wick
Eidg. Materialprüfungs- und
Forschungsanstalt (EMPA)
Überlandstrasse 129
CH-8600 Dübendorf
Tel.: +41 71 274 76 84
E-Mail: peter.wick@empa.ch
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