Navigation

Nano-Medikamente für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

 

Neu entwickelte biodegradierbare Nanopartikel sollen helfen, Nebenwirkungen von Medikamenten gegen entzündliche Erkrankungen des Darms zu verringern.

Hintergrund (laufendes Forschungsprojekt)

Immer mehr Menschen werden mit der Diagnose «Morbus Crohn» oder «Colitis ulcerosa» konfrontiert. Es handelt sich hierbei um chronisch-entzündliche Erkrankungen des Darms meist unbekannter Ursache, die zurzeit nicht heilbar sind. Die Therapie konzentriert sich deshalb auf die Behandlung und Unterdrückung der wiederkehrenden Symptome, wie zum Beispiel Bauchschmerzen oder Durchfälle. Leider sind die verwendeten Medikamente aber bei etlichen Patienten nicht ausreichend wirksam. In den benötigten hohen Dosen verursachen sie auf Dauer schwerwiegende Nebenwirkungen.

Ziel

Obwohl die Entwicklung neuer Therapeutika zur Bekämpfung der Schwere und der Häufigkeit der Symptome vorangetrieben wurde, haben sich die Perspektiven für die Betroffenen nicht gebessert. In Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Ärzten und Fachleuten für Qualitätssicherung untersuchen wir zunächst im Labor, ob sich die gefürchteten Nebenwirkungen etablierter Medikamente (wie Corticosteroide, Immunsuppressiva) ausschalten lassen, wenn ihre biologische Aktivitäten auf die erkrankte Darm-Region konzentriert und so die Exposition des übrigen Körpers minimiert wird. Hierbei werden die Medikamente in hoher Konzentration in neuentwickelte biodegradierbare Nanopartikel „verpackt“, die dann erst vor Ort ihre Aktivitäten auf die erkrankte Darmwand entfalten und somit keine (Neben-)Wirkungen auf den Gesamtorganismus haben.

Bedeutung

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen betreffen – mit steigender Tendenz – zur Zeit 240-400 Personen pro 100'000 Einwohner in Europa. Angesichts des chronischen Verlaufs und der Unheilbarkeit muss mit einer zunehmenden Belastung der Gesundheitssysteme durch die hohen Therapiekosten gerechnet werden. Dies wiegt umso schwerer, als zurzeit für viele Patienten keine effektive und schonende Behandlung verfügbar ist. Das Projekt verbindet nun erstmalig innovative Entwicklungen aus der Nanotechologie mit erprobten klinischen Therapiekonzepten und soll so die Grundlagen schaffen, in Zukunft die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Es birgt ausserdem das Potential, auch für weitere Medikamente und andere entzündliche Erkrankungen wegweisend zu sein.

Originaltitel

Delivering nanopharmaceuticals through biological barriers (acronym: BIBA)

Projektleitung

  • Prof. Dr. Caroline Anne-Margarethe Maake

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Caroline Anne-Margarethe Maake Anatomisches Institut
Universität Zürich
Winterthurerstrasse 190 8057 Zürich +41 44 635 53 30 cmaake@anatom.uzh.ch