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Gesundheitsrisiken durch das Einatmen von Nanopartikeln in Rauch

 

Der Rauch, der beim Schweissen von Metallen entsteht, enthält Nanopartikel, die über die Lunge in den Körper aufgenommen werden. Das Projekt zeigt, dass bereits nach kurzer Zeit das Einatmen von diesem Rauch dazu führt, dass im Körper Anzeichen einer gesundheitsschädigenden Wirkung nachgewiesen werden können.

Hintergrund (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Mit einer riesigen Oberfläche und einem fein verzweigten Netzwerk aus Blutgefässen ist die Lunge darauf spezialisiert, Sauerstoff aus der Atemluft aufzunehmen und in den Körper zu transportieren. Doch nicht nur Sauerstoff, auch andere Stoffe wie zum Beispiel Nanopartikel können die Lunge als Eingangspforte in den Körper nutzen. In der Medizin kann man sich dies zu Nutze machen, um therapeutisch wirksame Nanopartikel effizient zu verabreichen. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass unerwünschte, gesundheitsschädigende Nanopartikel auf diesem Weg leicht aufgenommen werden können. Um das Gesundheitsrisiko von Nanopartikeln, die in die Atemluft freigesetzt werden, einzuschätzen, braucht es fundierte Kenntnisse darüber, in welchen Mengen Nanopartikel über die Atemwege in den menschlichen Körper gelangen, wo sie sich ansammeln und wie sie da auf umliegende Zellen wirken. Bereits bekannt war, dass beim Schweissen von Metallen viele freie Nanopartikel anfallen. Mit seinem Team untersuchte Michael Riediker Atemluft, Urin und Blut von Probanden, die während einer Stunde Rauch ausgesetzt waren, der üblicherweise beim Schweissen entsteht.

Resultate

3 Stunden nachdem die Probanden der nanopartikelhaltigen Luft ausgesetzt waren, konnten im Blut und im Urin Stoffe nachgewiesen werden, die darauf hindeuten, dass Zellen durch die Nanopartikel belastet werden und eine sogenannte oxidative Stressreaktion zeigen. Das Ausmass dieser Stressreaktion der Zellen war direkt abhängig von der Konzentration der Nanopartikel in der Luft.

Bedeutung

Die Resultate zeigen, dass bereits eine kurzzeitige Exposition mit nanopartikelhaltigem Schweissrauch eine gesundheitsschädigende Wirkung haben kann. Sie liefern damit eine Basis, auf der bestehende Schutzmassnahmen in Schweissbetrieben neu evaluiert werden können. Das Projekt kann dazu beitragen, dass neue gesetzliche Richtlinien erarbeitet werden, mit denen die Gesundheit von Arbeitenden in der Metallverarbeitung besser geschützt werden kann.

Originaltitel

Nanoparticle tracking and oxidative stress biomarkers in healthy non-smoking volunteers

Projektleitung

  • Dr. Michael Riediker

Weitere Gesuchstellende

  • Dr. Paul Bowen
  • Dr. Katherine Clark
  • Dr. Jean-Jaques Sauvain

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Dr. Michael Riediker Institut Universitaire Romand de Santé au Travail Rue de la Corniche 2 1066 Epalinges +41 21 314 74 21 michael.riediker@hospvd.ch